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Feuerwehr Verbund Wasserfallen
Sichern – Retten – Halten – Schützen – Bewältigen
Das ist der ständige Auftrag der heutigen Feuerwehr zur Ereignisbewältigung. Unterstützt mit hightech Fahrzeugen, Atemschutzgeräten und gut ausgebildetem Personal sind wir an 365 Tagen 24 Stunden bereit, der Bevölkerung in unserer einzigartigen Region von Reigoldswil und Lauwil in Notsituationen innert Minuten professionell zu helfen.
Bild 1: Mannschaftsbild anlässlich der Öffentlichkeitsübung in Lauwil 2022
Erstmals erwähnt wird die Feuerwehr im Jahr 1724. Zum Inventar gehörten 25 Wassereimer und 2 Einreisshaken um die Glutnester aufzustochern oder die Standfestigkeit von Gebäudeteilen zu prüfen. 1856 kam dann eine zweite Feuerspritze dazu, wann die erste Feuerspritze angeschafft wurde, ist aus den Unterlagen nicht ersichtlich. Bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts war das Magazin an der Bretzwilerstrasse 7 neben der Abzweigung zum Rüschel. Das Gebäude wurde durch die neue Linienführung im Rahmen der Strassenkorrektur in den 90er-Jahren abgerissen. Seit 1975 befindet sich das Magazin am heutigen Standort im Unterbiel 15, neben dem Gemeindezentrum. Die Organisation wurde immer moderner, die Fahrzeuge und Gerätschaften der neusten Technologie angepasst. So konnte 1985 das erste Tanklöschfahrzeug der Region vom Typ Magirus TLF 160FA beschafft werden. Der Mannschaftsbestand betrug in den 80er-Jahren 66 Mann. Am 1.1.2002 schloss sich die Feuerwehr Reigoldswil mit der Feuerwehr Lauwil zum Feuerwehr Verbund Wasserfallen zusammen. Dieser Zusammenschluss wurde vertraglich geregelt und umfasste ein neues gemeinsames Feuerwehrreglement.

Altes (2002 – 2011) und aktuelles Feuerwehr Logo (ab 2011)
Bild 2: Organigramm Feuerwehr Verbund Wasserfallen Reigoldswil und Lauwil
Das Feuerwehrwesen im Kanton Basel-Landschaft ist so organisiert, dass die Gemeinden für die Bewältigung des Grundeinsatzes zuständig sind. Dieser umfasst Personen und Tierrettungen, Feuerbekämpfung, Hochwasser, Sturmschäden, Erdrutsch, Oel-/ Chemiehavarie, technische Hilfeleistung und Sonderaufgaben. In Reigoldswil speziell ist die Zuständigkeit für die Evakuierung der Luftseilbahn Reigoldswil - Wasserfallen. Wir unterstützen auch unsere Partner: die Rega bei Luftrettungen durch Einweisung auf dem Landeplatz und die Sanität durch Traghilfe, wenn die zu rettende Person im Gelände oder in einem mit einer Trage der Sanität nur schwer erreichbaren Raum liegt. Der Zivilschutz unterstützt uns bei grösseren Ereignissen, z.B. Elementarereignissen, oder in Form von Ablösungen um die Durchhaltefähigkeit zu verlängern.
Bild 3: Ablaufschema Alarmierung Pagergruppen aller AdF (Angehörige der Feuerwehr)
Der Notruf wird bei der Polizei in der Einsatzleitzentrale (ELZ) Gutsmatte in Liestal entgegengenommen. Aufgrund der Meldung entscheidet die ELZ, wer und was zur Bewältigung des Ereignisses benötigt wird. Wird die Feuerwehr aufgeboten, dann zuerst die Gruppe 1. Der Alarm triff per Swissphone Pager (Ruf Text) ein und seit 2018 zur Sicherheit zusätzlich mit einer SMS auf das private Smartphone. In dieser Gruppe 1 hat ein Offizier Funkbereitschaft und erhält von der ELZ weitere Infos zum Ereignis. Diese Bereitschaft ist 365 Tage, 24h im Pikettdienst sichergestellt. Der Offizier entscheidet über den Einsatz von internen Alarmgruppen und weiteren Partnern, wie die Autodrehleiter der Stützpunktfeuerwehr Liestal, die Sanität oder die Rega, der Brunnmeister (wegen der Löschwasserreserve im Reservoir und zur Sicherung des Wasserleitungsnetzes) sowie die Elektra Reigoldswil und für Lauwil die "Primeo Energie" (bei Sturmschäden und Gebäudebränden). Je nach Ereignisgrösse kann der Offizier die Alarmgruppengrösse anpassen. Die Kommunikation zwischen der ELZ und der Feuerwehr erfolgt durch das digitale Polycom Funknetz. Man stelle sich vor: nachts vom Alarmton aus dem Tiefschlaf gerissen muss innert Sekunden die richtige Einschätzung des Ereignisses vorgenommen und über das entsprechende Aufgebot entschieden werden. Am Ereignisort eingetroffen muss der Offizier als Einsatzleiter über weitere Schritte zur Bewältigung des Ereignisses entscheiden und entsprechende Weisungen erteilen. Die Feuerwehrgruppe muss als Team einwandfrei funktionieren. Mögliche Fehler in der Anfangsphase eines Einsatzes können später kaum oder gar nicht mehr korrigiert werden. Deshalb ist das Üben solcher Einsätze und Situationen unter realen Bedingungen für alle Beteiligten sehr wichtig. "Übe so wie du kämpfst". Nur auf dieser Basis kann das Restrisiko geringgehalten und bestenfalls beseitigt werden. Die Anforderungen an die Feuerwehr sind bedingt durch den modernen Lebensstil stets gewachsen. Um nur einige Beispiele zu nennen: Mehr Auto- und Lastwagenverkehr, Gefahrengut auf der Strasse, batteriebetriebene Fahrzeuge, wasserstoffbetriebene Fahrzeuge mit einem Druckbehälter bis zu 600 Bar oder Photovoltaikanlagen auf Dächern. Die Arbeit der Feuerwehr wird auch durch unverhältnismässige Alarmierung durch Passanten erschwert, welche beispielsweise einen Ast auf der Strasse melden, welcher sich vor Ort als nur 4 cm dick herausstellt. Auch mangelhaftes Verständnis für Nachtlärm infolge eines Einsatzes oder auch Übungsarbeiten kommt vor.
- 64 Elementarereignisse (Hochwasser, Bachlauf, Wasser im Gebäude, Flurschaden)
- 70 Brandbekämpfungen (Gebäude, Wald, Fahrzeug, Material)
- 71 technische Hilfeleistungen (Sturmschaden, Helikopterlandeplatz, Fahrzeugbergung)
- 44 Einsätze Ölwehr (Strasse sichern, Öl oder Treibstoff binden)
- 19 Einsätze aufgrund von Brandmeldeanlagen (falscher Alarm)
- 56 Einsätze wegen Insekten (Wespen- und Bienennester beseitigen/umsiedeln)
- 20 nicht alarmmässige, sondern geplante Einsätze zur Verkehrsregelung, etc.)
- 14 gerettete Personen (Person, die sich aus einer Notlage nicht selbst befreien konnte)
- 7 gerettete Tiere (Tier, das sich aus einer Notlage nicht selbst befreien konnte)
Total: 365 Einsätze von 2004-2023
Die zeitkritischen Einsätze lassen in der Entstehungsphase keinen Spielraum für Verzögerungen. Wird nicht innert 10-15 Minuten eingegriffen, entwickelt sich das Ereignis zu einer Grösse, welches immer schwieriger einzudämmen wird.
Gemäss der aktuellen Schutzzieldefinition muss die Feuerwehr an 365 Tagen 24 Std. in 80% aller Einsätze innert 10 Minuten ab Alarmierung vor Ort sein. In personeller und materieller Hinsicht muss ein Hilfeleistungslöschfahrzeug HLF mit 8 Feuerwehrleuten im Einsatz sein. Das bedeutet 1 Einsatzleiter, 1 Fahrer/Maschinist und 6 Feuerwehrleute ausgerüstet mit Atemschutz.
Interne digitale Einsatzunterstützung in den ersten Minuten:
In der ersten Phase eines Ereignisses ist es das Ziel, die Einsatzführung mit wichtigen Informationen zu versorgen. Im Magazin sind ein Bildschirm und ein Drucker installiert. Die Geräte starten bei einem Pager-Alarm automatisch, wie auch das Licht im Magazin. Mit Hilfe von Google-Maps wird sofort der Ereignisort mit den am nächsten liegenden Hydranten aufgezeigt. Treffen die Einsatzkräfte im Magazin ein, liegt alles ausgedruckt bereit und der Einsatzleiter kann alles mitnehmen. Zudem startet auch der Kompressor zur Luftversorgung am Hilfeleistungslöschfahrzeug HLF, damit sofort losgefahren werden kann und der notwendige Bremsvorratdruck von 8 Bar sichergestellt ist. Mit Hilfe einer App, welche alle Beteiligten auf dem Smartphone installiert haben, kann schon bei der Alarmierung bestätigt werden, ob die jeweilige Person zum Einsatz kommen kann und der/die Fahrer/in für das HLF verfügbar ist.
Der Feuerwehr Verbund Wasserfallen ist schweizweit die erste Feuerwehr, die dieses selbstentwickelte System anwendet.
Bild 4: Kartenausschnitt Reigoldswil mit allen Hydranten. Erst im Alarmfall angezeigt werden der Ereignisort und das Quittierungsfeld, inkl. Verfügbarkeit des HLF-Fahrers. Google Maps Hydrantenplan für die Gemeinden Reigoldswil, Lauwil und Bretzwil. System erstellt und unterhalten von borer.IT Reigoldswil
Tagespikett mit der Feuerwehr Bretzwil:
Damit auch an Wochentagen tagsüber genügend AdF (Angehörige der Feuerwehr) verfügbar sind, wurde das Tagespikett in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Bretzwil vertraglich organisiert. Die beiden Feuerwehren stellen somit sicher, dass die Schutzzieldefinition, die von der Basellandschaftlichen Gebäudeversicherung vorgegeben ist, sichergestellt wird. Das Tagespikett ist von Montag bis Freitag aktiv, jeweils von 06:00 Uhr morgens bis 18:00 Uhr abends. Jährlich finden verteilt auf das Kalenderjahr 2-3 gemeinsame Übungen statt.
Die Feuerwehr Bretzwil unterstützt uns auch beim Erstellen einer längeren Transportleitung an einen Ereignisort. Mit ihrem Schlauchausleger Modell Unimog werden innert Minuten bis zu 1000m Wasserleitung verlegt.
Übungsbetrieb / Ausbildung:
Der Feuerwehr Verbund Wasserfallen besteht aus 30-35 Angehörigen und ist somit gut gerüstet für die Anforderungen an eine Verbundfeuerwehr wie die von Reigoldswil und Lauwil.
Unser Feuerwehrhandwerk wird in jährlich neun Mannschaftsübungen, vier Kaderübungen und einer kleinen Anzahl Spezial-Tagesübungen geübt. Wir legen grossen Wert auf realitätsnahe Übungsszenarien. So werden Brände mit Heptan simuliert und Räume mit künstlichem Rauch eingenebelt. Dafür wird sogenannter Bühnenrauch oder Disconebel verwendet. Er wird mit Maschinen erzeugt, die eine Glykol-Wasser-Mischung oder Weissöle verdampfen. Wir üben, ohne Sicht zu arbeiten, um dabei den Tastsinn zu sensibilisieren. Die Basisausbildung und die Beförderungskurse umfassen zusätzlich mehrtägige kantonale Kurse, welche in hochmodernen Anlagen nahezu echte Einsatzbedingungen simulieren. Dieser Ausbildungsort befindet sich seit dem Jahr 2000 in Balsthal im Interkantonalen Feuerwehr-Ausbildungszentrum (IFA). https://www.ifa-swiss.ch/
Die bislang grösste regionale Übung fand am 9. April 2019 statt.
Es wurde die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr, Zivilschutz und Militär geübt. Die Annahme war ein Waldbrand in der Gemeinde Bretzwil mit einem Übergriff auf diverse Landwirtschaftsbetriebe und Wohnhäuser. Dafür wurden vom Militär aufgestellte Wasserbecken mit einem Super Puma Helikopter aus der Birs in Grellingen BL befüllt. Zusätzlich wurde eine vom Militär erstellte, 15 cm dicke Transportleitung ab der Birs von Grellingen durch Himmelried, Nunningen, Engi via Hof Dietel nach Bretzwil gelegt.
Evakuation Gondelbahn Reigoldswil – Wasserfallen:
Die Feuerwehr ist zuständig für die Rettung der Gäste bei einem allfälligen Stillstand der Gondelbahn.
Das Rettungsteam besteht aus 12-14 Personen aus der Region BS/BL im Team mit internen AdF vom Feuerwehr Verbund Wasserfallen. Vertreten sind Berufsleute aus den Bereichen Industriekletterer, ACS Bergretter, Berufsfeuerwehr Basel oder AdF aus umliegenden Feuerwehren mit der nötigen Zusatzausbildung in Anseiltechnik.
Die Retter müssen jährlich fünf in verschiedenen Jahreszeiten stattfindenden Routine-Übungen am Seil absolvieren, das sind total 16 Stunden.
Eine dieser Übungen ist die Evakuationsübung. Sie findet im Juni als Grossübung mit bis zu 40-50 freiwilligen Figuranten (Vereine, Familien, Hunde, Rollstühle etc.) in den Gondeln statt. Diese Evakuationsübung ist gesetzlich vorgeschrieben. Sie umfasst einen ausführlichen Übungsbericht von Gondelbahn und Feuerwehr zu Handen des Bundesamtes für Verkehr BAV.
Übungsziel: Alle Personen müssen innert 2.5 Stunden ab Alarmierung am Boden sein. Bei einem Defekt kann zunächst 30 Minuten lang durch den Betreiber der Gondelbahn selbst nach einer Lösung gesucht werden, sei es mittels eines Dieselmotors als Notantrieb, Einsetzen von elektrischen Sicherungen oder einer anderweitigen mechanischen Reparatur. Gelingt dies nicht, muss alarmiert werden. Die Frist von zwei Stunden für die Evakuierung entstammt den Vorgaben aus dem alpinen Raum, wo im Winter bei eisiger Kälte und im Sommer bei brütender Hitze nicht zu viel Zeit für die zu Rettenden verstreichen soll. Kann der Übungsbetrieb bzw. die Rettung im Rahmen der Vorgaben nicht gewährleistet werden, entzieht das BAV dem Betrieb die Konzession.

Bild 5: Evakuationsübung LRW Retterteam im Einsatz
Ein Film von Jonas Schweizer von der Evakuationsübung 2016:
Rekrutierung:
Jährlich werden im Herbst zwei Anlässe an verschiedenen Wochentagen durchgeführt um neue, interessierte Einwohner/innen für den Feuerwehrdienst zu gewinnen. Die Feuerwehrpflicht besteht in unseren Gemeinden zwischen dem 21. und 45. Lebensjahr. Die Ersatzabgabe, falls kein aktiver Feuerwehrdienst geleistet wird, wird vom steuerpflichtigen Einkommen erhoben. Sie beträgt 0,5 Prozent des steuerbaren Einkommens gemäss Staatssteuerveranlagung, aber mindestens CHF 200.-. Der Sold beträgt CHF 30.- pro Stunde, für Übung und Einsatz gilt derselbe Ansatz. Ein Beitritt steht grundsätzlich allen Einwohner/innen frei, welche über die nötige physische Grundkondition und ausreichende Deutschkenntnisse verfügen und denen durch einen Arzt Atemschutztauglichkeit bescheinigt wurde. Im Gegensatz zu früher, als es in der Kompanie noch einzelne Abteilungen wie Motorspritzenmaschinist, Atemschutz, Verkehrsleitung oder den Elektrotrupp gab, muss heute jede/r alles können. Das setzt eine gewisse Lernbereitschaft, Motivation, Teamfähigkeit und Idealismus voraus. Dafür erlangt man ein breites, sehr vielseitiges Fachwissen und Einblick in ein Arbeitsgebiet, welches nicht jedem zugänglich ist, sowie die Fähigkeit, sich komplexes Wissen anzueignen und dieses im Ereignisfall rasch abzurufen. Denn: um im Lehrmittel nachzuschauen, bleibt im Ernstfall keine Zeit.
Auch lernt man, mögliche Gefahren vorausschauend zu erkennen, z.B. einzuschätzen, wie sich eine Situation in den nächsten 1-2 Minuten entwickelt. Die Feuerwehr schult zudem die unbedingte Einsatzbereitschaft bei einer Pager Alarmierung und belohnt gleichzeitig mit dem Gefühl, zu 100% gebraucht zu werden und dabei die eingeübten Abläufe im Team schnell und effizient zum Einsatz bringen zu können. Dies alles zum Schutz und zur Sicherheit der Einwohner/innen von Reigoldswil und Lauwil.
Am Info-Anlass werden das Material und das Feuerwehrmagazin besichtigt und es wird eine Präsentation zur Organisation der Feuerwehr gezeigt. Dazwischen findet eine Einsatzübung mit Echtfeuer statt. Zum Schluss wird ein gemütlicher Apéro offeriert. Durchschnittlich treten jährlich zwei bis drei Einwohner/innen in den Feuerwehrdienst ein.


Bild 6 und 7: Werbeplakat zur Rekrutierung - «Schnupper»-Übung an der Rekrutierung
Kantonale Inspektion durch das Feuerwehrinspektorat:
Jede von den Feuerwehr-Inspektoraten BL und BS anerkannte Feuerwehr wird alle fünf Jahre einer ordentlichen Inspektion unterzogen, welche in drei Abschnitte unterteilt ist.
Die letzte Inspektion des Feuerwehr Verbunds Wasserfallen fand 2019 statt.
Nachfolgend das entsprechende Protokoll:
Unangemeldeter Übungsbesuch, Dauer 2 Stunden: Überprüfung der Ausbildungsqualität und des realitätsnahen Übungsszenarios
Ausbildungsinspektion, Dauer 4 Stunden: Überprüfen des praktischen Könnens einzelner AdF und ganzer Einsatzelemente sowie stichprobenartige Kontrolle der Ausrüstung (Vollständigkeit, Sauberkeit, Funktionalität) auf 4 separaten Ausbildungsplätzen mit folgenden Vorgaben zur jeweiligen Einsatzübung:
- Posten 1: Einsatz HLF, ausgelaufener Treibstoff bei der AVIA-Tankstelle, LKW-Anhänger, dreifacher Brandschutz
- Posten 2: Pioniereinsatz / Absturzsicherung: von Strasse abgekommenes Auto instabil im Hang, 1 Patient im Auto
- Posten 3: Chemiewehreinsatz (Stufe Ortsfeuerwehr): 100 Liter Salzsäure 30-32% (UN 1789) ausgelaufen, 1 Person kontaminiert
- Posten 4: Einsatz Motorspritze: saugen ab Gewässer und Abgabe an Verbraucher
Anschliessend Einsatzübung mit der ganzen Feuerwehr bei der Firma Rippas AG, inkl. Übungsbesprechung.
Materialinspektion, Dauer 2 Stunden: Kontrolle der Geräte/Ausrüstung/Fahrzeuge, des Inventars, der Einrichtung und der Sauberkeit des Feuerwehrmagazins, der Einsatzpläne, der Prüfprotokolle (Leitern, Seile, Elektrogeräte, Absturzsicherungsmaterial), der Atemschutzgeräte sowie der Wartungsdokumente und Prüfblätter der technischen Geräte
Durch die sehr gute Teamleistung jedes Angehörigen der Feuerwehr AdF haben wir die höchste Inspektionsbewertung, «Erfüllt», erreicht. Dies entspricht einem Prädikat "sehr gut". Dieses Resultat zeigt uns, dass wir auf einem guten Ausbildungsweg sind.
Feuerwehrmaterial:
Neben einem top Mannschaftsteam ist auch ein moderner und zeitgemässer Feuerwehrmaterialbestand von hoher Bedeutung:
Bild 8: Hilfeleistungslöschfahrzeug HLF, Marke Mercedes Atego 14/29
Ein Hilfeleistungslöschfahrzeug HLF, Marke Mercedes Atego 2013, 14 Tonnen Gesamtgewicht und 290 PS. Acht Sitzplätze, davon drei mit Atemschutz ausgerüstet. Löschwassertank mit 2400 Liter Inhalt, 200 Liter-Tank Schaumextrakt, leistungsstarker 360° LED-Lichtmast auf dem Dach, Schleifkorbtrage zur Personenrettung, 13m Schiebeleiter, LED-Umfeld Beleuchtung, ein elektrischer Generator direkt ab Fahrzeugmotor mit einer Drehstrom-Leistung von 5 kW abgehend auf mehrere 230V Steckdosen im Fahrzeug, Schlauch- und Löschmaterial, im hinteren Teil links und rechts 40m Druckleitung mit Strahlrohr fest verbunden als Schnellangriff, Pioniermaterial, zwei Hochleistungslüfter akku- und benzinbetrieben, zwei Benzin-Kettensägen, drei volle Reserve-Atemschutzflaschen, zwei Absturzsicherungssets für Arbeiten im absturzgefährdeten Bereich wie Arbeiten auf dem Dach, Plastik auf Rolle um Gegenstände zu schützen oder um Öffnungen abzudichten, ein Werkzeugkoffer, ein hydraulischer Türöffner, diverse Akku-Handwerkerkleinmaschinen, Schmutzwasser-Tauchpumpe Marke Mast Leistung 660l/min, Sanitätsrucksack, eine Wärmebildkamera, gross, der Marke Dräger ULF7000 2012, Frontseilwinde 30 m lang, 8 mm dickes Drahtseil mit sieben Tonnen Zugkraft, Defibrillator, Habegger Seilzug mit Drahtseil, Schäkel und mehrere Schwerlast-Rundschlingen, Rückenspritze mit 15 Liter Inhalt, Schaum-, Pulver-, Fettbrand- und CO2-Feuerlöscher, Pressluftaussenabgang, Verpflegungsbox mit Getränken und weiteres Kleinmaterial wie Wolldecken, Funkgeräte, Taschenlampen etc.
Bild 9 und 10: Inneneinrichtung und Mannschaftsteil HLF
Zwei Mercedes Sprinter 2012 mit acht Sitzplätze, davon sechs im Mittelteil mit Atemschutz ausgerüstet. Ladefläche hinten mit Platz für: eine Palette, sechs volle Reserve-Atemschutzflaschen, Schaum-, Pulver- und CO2- Feuerlöscher, LED-Umfeld Beleuchtung, Rockinger: drehbare Anhängerkupplung für Hackenkupplung und Kupplungskugel, Funkgeräte, Taschenlampen und ein Atemschutz Rettgerät für zu rettende Personen, eine Wärmebildkamera, klein, der Marke Seek Thermel 2016e
Bild 11: Zwei baugleiche Mannschaftstransporter, Marke Mercedes Sprinter 2012, 3.5 Tonnen Gesamtgewicht, können mit dem Führerausweis Kategorie B gefahren werden.
- Eine Motorspritze Typ II 1978 in tadellosem Zustand mit einer Druckabgabe bis zu 15 Bar.
- Neun Polycom Funkgeräte 2012 / 2021 zur Kommunikation mit der Polizei Einsatzleitzentrale und/oder der Stützpunktfeuerwehr
- 21 digitale Funkgeräte: 2019 wurde von analog auf digital gewechselt. Feuerwehr Bretzwil und Feuerwehr Verbund Wasserfallen sind die ersten Feuerwehren in der Schweiz mit der Lizenz, digital zu funken.
- 15 Atemschutzgeräte der Firma Interspiro Pratteln 2020
- Ein Anhänger 2.5 Tonnen 2015
Geselliges:
Nach den Übungen sind wir noch gerne im Magazin auf unserer «Brügi» beisammen. Dort haben wir eine komplett funktionsfähige Occasion-Küche montiert. Ein Ecksofa, eine massive Eckbank mit Tisch und zusätzlich eine Tisch-Bankgarnitur. Dort entstanden auch schon geplante Raclette- und Fadennudeln (Spaghetti)-Plauschs.
Auch am Eierläset Reigoldswil waren wir schon einige Male dabei. Wir haben sogar schon gewonnen.
Bild 12: Eierläset auf dem Pausenplatz vom Primarschulhaus Reigoldswil
Im September 2018 hat es auch uns erwischt: Die Cold Water Grill Challenge ist eine Social Media Challenge, bei der die Teilnehmer aufgefordert werden, im kalten Wasser zu grillieren und ein Video davon zu machen. Die Challenge verbreitet sich meist zwischen Feuerwehren, die sich gegenseitig herausfordern. Wir wurden nominiert und bekamen dadurch die Aufgabe, innerhalb von acht Tagen ein Video zu produzieren, das Angehörige der Feuerwehr mit den Füssen im kalten Wasser und einem heissen Grill zeigt. Natürlich haben wir als flexible Feuerwehr die Herausforderung angenommen und die Aufgabe innerhalb der gesetzten Frist erfüllt. Der Bachlauf der hinteren Frenke direkt vor dem Feuerwehrmagazin machte das selbstverständlich nicht zu einer aussergewöhnlichen Herausforderung.
Bild 13: Grillanlass in der hinteren Frenke
Das jährliche Abendprogramm nach der Hauptübung im September ist auch immer etwas spezielles. Es wird intern durch ein wechselndes Team organisiert. So war schon einmal der ganze Magazinboden mit 30 cm Sand bedeckt und ausgestattet wie am Strand. Die Liegestühle wurden von Kdt Reto Brechbühl und Kdt Stv Tobias Schweizer selber gekauft und dem Feuerwehr Verbund Wasserfallen geschenkt. Dazu passend stand sogar ein grosser Whirlpool zur Verfügung. Einige Male wurde auch ein mobiles Badefass zum selber mit Holz einheizen bestellt. Eine supergesellige Sache! Auch Grillpartys im Wald mit gemütlichem Sitzen um die Feuerschale sind immer ein einmaliges Erlebnis, teils sogar mit Gitarre und Gesang. Der Anlass wird im Turnus wechselnd auch als Restaurantbesuch anstelle der Grillparty durchgeführt.

Bild 14: Geselliges Beisammensein zu später Stunde am «offenen Feuer» anlässlich der Hauptübung
Früher, als noch die Föiflyberbar «unter» dem Restaurant Ryfenstein geöffnet hatte, fiel nach den Übungen jeweils der Spruch: "Wer kommt noch mit? Ich gehe «unten durch» heim!" Das «unten durch» entstand durch die Lage der Bar, und für die meisten war diese sowieso optimal am Heimweg gelegen. Wurde zu Hause am nächsten Tag bemerkt, man sei in der vergangenen Nacht gar spät nach Hause gekommen, genügte ein, "bin noch unten durch», und schon war klar, wo man gewesen war. Eine gemütliche und schön eingerichtet Bar, schade, dass es das nicht mehr gibt. Selbstverständlich gehörten auch einige «Dorforiginale» dazu, wie man sie heute leider nicht mehr kennt. Dass wir nach der Hauptübung traditionell, direkt aus der Bar kommend nach 02:00 Uhr noch eine Polonaise zweimal um den Dorfplatz machten, ist heute kaum mehr vorstellbar.
Oder dass wir sonntags zu früher Morgenstunde infolge Aufräumarbeiten im Wald ins Magazin mussten und dort noch kurz die Motorspritze gestartet haben zur Funktionskontrolle... der Lärm und der Gestank um diese Nachtzeit waren einmalig. Natürlich wusste jeder, diese Aktion ist unsinnig, aber irgendwie gehörte auch das zur Tradition.
Magazin und Zukunft der Feuerwehr
Bild 15: Magazin des Feuerwehr Verbund Wasserfallen, Unterbiel 15
Die Einsätze und die damit verbundenen Anforderungen an den Feuerwehrdienst werden stets komplexer. Dieser Herausforderung können wir uns mit einer motivierten Mannschaft stellen, welche sich für Sie und unsere Region an 365 Tagen, 24h einsetzt. Der Standort am heutigen Ort im Unterbiel 15 ist im Umbruch. Die ganze Parzelle mit dem danebenstehenden Gemeindezentrum soll einem Neubau mit Arztpraxis und Wohnungen weichen. Zum jetzigen Zeitpunkt ist aber auf Seiten der Gemeinde noch alles in Planung. Der Feuerwehr Verbund Wasserfallen evaluiert derzeit zusammen mit dem Gemeinderat mögliche neue Standorte für das Feuerwehrmagazin.
Zukünftig ist seitens des Kantons mit einem Strukturwandel mit noch grösseren Zusammenschlüssen zu rechnen. Seit zehn Jahren ist das Projekt unter dem Namen "Zukunft der Feuerwehr im Kanton BL 2025++" in Planung. Das Milizsystem soll dabei erhalten bleiben, eine Berufsfeuerwehr für den ganzen Kanton ist in dieser Grösse schlicht nicht finanzierbar. Das Projekt ist schwierig umzusetzen, da nicht klar ist, wo sich die Standorte der neuen grossen Verbünde mit strategisch im Kanton verteilten Haupt- und Aussenmagazinen befinden sollen. Auch spielen dabei regionale und politische Interessen eine grosse Rolle und behindern teilweise ein ergebnisoffenes Denken. Meine persönliche Meinung dazu ist: Solange sich regional motivierte Leute für den Feuerwehrdienst einsetzen, kann auch eine regionale Feuerwehr im Umkreis von einigen Kilometern betrieben werden, welche entsprechend rasch vor Ort ist. Diese Leute sind ortskundig. Bei einem Grossereignis wie z.B. Sturm oder Hochwasser können Einzelereignisse nach Dringlichkeit, d.h. Gefahr für Mensch und Umwelt, im zuständigen Gebiet priorisiert werden. Dabei wird dann z.B. entschieden, dass ein Chemiegebäude oder ein Stadtgebiet mit seiner grösseren Bevölkerungsdichte einem vollen Keller oder einem überuferten Bach gegenüber bevorzugt wird. Weitere Zusammenschlüsse von Ortsfeuerwehren können, sofern sie kostenneutral sind, durchaus sinnvoll sein, die bewährten und schlagkräftigen örtlichen Strukturen sollten aber unbedingt erhalten bleiben. Häufig erweisen sich grössere Verbünde aber als teurer und strukturell schwerfälliger. Zudem entstehen vermehrt Personalprobleme, da viele Feuerwehrleute nicht bereit sind, in weit entfernten Orten mit 10 Min. Anfahrt bis zum Feuerwehrmagazin Dienst zu leisten. Auch ist das Absolvieren von zusätzlichen Einsätzen häufig mit dem Berufsleben nicht vereinbar. Die Feuerwehr wird auch zukünftig eine wichtige Rolle in der Region spielen, in welcher Form wird sich zeigen.
Leben wir unseren Grundwerten auch in Zukunft stolz nach, welche unsere Vorfahren mühselig mit Wassereimer, Einreisshaken und Feuerspritzen aufbauten.
Ganz nach dem Motto: Unser Engagement für unsere einmalige Region!
Quellen: Statistik Feuerwehr Verbund Wasserfallen, Archiv/Foto/Unterlagen Adrian Weber, Bild 1: Markus Güdel, Reigoldswil, Film von der Evakuierungsübung 2016 von Jonas Schweizer
Weiterführende Links:
- Reglemente + Vertrag Gemeinde
https://reigoldswil.ch/de/behoerden-und-kommissionen/reglemente.php - BGV Feuerwehr Einsatzführung + Basiswissen
https://bgv.ch/feuerwehr - Homepage FVW
https://fvwasserfallen.ch/
https://www.instagram.com/fvwasserfallen/?hl=de
Beitrag Heimatkunde Reigoldswil zum Thema Feuerwehr Verbund Wasserfallen, verfasst von Adrian Weber vom Hörndli im April 2024. Adrian Weber hat 25 Dienstjahre absolviert, davon 12 Jahre als Fourier und 7 Jahre als Kommandant, somit 19 Jahre in der Feuerwehrkommission und im Führungsstab mitgewirkt!










