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Miir wäi … 
                  … eine neue Heimatkunde. 

Wie ist es zur neuen Heimatkunde Reigoldswil gekommen? Welche Überlegungen des Projektteams standen hinter dem Entscheid, für diese einen Web-Auftritt zu konzipieren und auf die Herausgabe eines Buches zu verzichten? 

Der Gemeinderat beabsichtigte neben dem 2024 von der Gemeindeversammlung bewilligten Gemeindeentwicklungsprojekt "Zukunft 4418" nicht nur, nach vorne, in die nächste Geländekammer zu schauen, sondern auch Rückschau zu halten auf die vergangenen Jahrzehnte und auf die Gegenwart zu blicken. Geschehen sollte dies mit einer neuen Heimatkunde, die den Zeitraum seit 1987, dem Erscheinungsjahr der bisher jüngsten Reigoldswiler Heimatkunde, abdeckt. Diese war Teil der in den 60er-Jahren begonnenen Reihe von basellandschaftlichen Ortsmonografien. Manch eine/r mag sich an die Entstehung derselben erinnern oder hat gar daran mitgewirkt. 

Im Nachgang zu einer entsprechenden Anfrage trafen sich die vom Gemeindepräsidenten angefragten Personen zu einer ersten Auslegeordnung. Ein integratives Gemeinschaftswerk, an dem möglichst viele Menschen im Dorf und mit Bezug zu Reigoldswil mitwirken, sollte es werden und der Entstehungsprozess selbst eines der Ziele sein. Im Anschluss an die ersten Überlegungen bildete sich ein Kernteam bestehend aus Hansruedi Sutter, Markus Probst und Roland Plattner-Steinmann. Josua Oehler von der kantonalen Fachkommission Baselbieter Heimatkunden stand mit seiner langjährigen Erfahrung beratend zur Seite. Es blieb dem Kernteam nicht verborgen, dass seine Altersstruktur nicht gerade ausgewogen war und auch hinsichtlich der Geschlechterverteilung noch Luft nach oben war. Mit der Verstärkung zunächst durch Clara Bonk und nach ihr durch Fabienne Hartmann wurde das Team femininer und etwas jünger. 

Ein Leitfaden für die Erstellung der Beiträge, offen genug, um vieles zu ermöglichen, und gleichzeitig ausreichend klärend, um den Autorinnen und Autoren für ihre Arbeit gewisse Anhaltspunkte zu vermitteln, war als Nächstes gefragt. Mit der neuen Heimatkunde sollten die aktuellen technischen Mittel und Möglichkeiten1 einer zunehmend digitalen Welt, die auch das Föiflyyberdaal erreicht hat, genutzt werden. "Buch oder nicht Buch?" – das war die weitreichende Frage, die sich uns schon bald stellte.  

Zur Beantwortung dieser und weiterer Fragen verweise ich gerne auf die lesenswerten Beiträge rund um die Gestaltung der neuen Heimatkunde im Anschluss an diesen Einleitungstext. Auch dieses Making-of ist, wie könnte es anders sein, ein Gemeinschaftswerk, in dem diejenigen Stimmen2 zu Wort kommen, die an der neuen Heimatkunde mit Tatkraft und Engagement, mehr im Hintergrund schaffend, mitgewirkt haben. 

Jede noch so neue Heimatkunde ist irgendwann einmal nicht mehr neu, hat also eine gewisse Halbwertszeit. Seit der letzten, noch immer sehr lesenswerten Heimatkunde sind zum Zeitpunkt dieser Zeilen, beinahe 40 Jahre ins Land gezogen… 
Um nicht nur aktuell zu sein, sondern auch zu bleiben, wurde das Projekt so konzipiert, dass es nach der Projektphase in andere Hände übergeben werden kann. 

Heimat3 bleibt nicht stehen, ständig ereignet sich darin Interessantes, Wissenswertes, Erhaltenswürdiges… Deshalb war es naheliegend, nicht darauf zu setzen, dass ein nächster Querschnitt eine Generation später erarbeitet werden würde. Vielmehr wird ein Kontinuum angestrebt, so dass die Heimatkunde ein "offenes Buch" bleibt, an welchem kontinuierlich weitergeschrieben, -gefilmt oder in anderer Weise Wissen gesichert werden kann und soll. 

Was genau wollten wir denn im Rahmen der neuen Heimatkunde? Unter Einbezug des enormen Wissens und der Mundartkenntnisse von Rémy Suter haben wir es folgendermassen formuliert: 

… luege, zrugg und fǜǜrsi ​ 
… stuune und leere​ 
… verstoo - enand, öise Bann ​und s Ringsùm​ 
… schryybe und zäige​ 
… erhalte und gstalte​ 
… Heimet(er)kunde (uus)föörschle​ 


Ich erlaube mir an dieser Stelle, den Co-Autorinnen und Co-Autoren dieser Einleitung und damit den Macherinnen und Machern sowie Förderern der neuen Heimatkunde meinen herzlichen Dank auszusprechen. Ohne sie wäre dieses (bewusst unfertige) Werk in der vorliegenden Form nicht entstanden. Und auch dem Gemeinderat sei Lob ausgesprochen, und zwar dafür, dass er in einer Zeit klammer Finanzen den klugen Beschluss gefällt hat, das Projekt einer neuen Heimatkunde zu lancieren. Es war und ist, wie wir meinen, den Aufwand und die Kosten wert. Auch wenn wir für diese Behauptung den stichhaltigen Beweis schuldig bleiben müssen, wie das so oft bei Projekten und Erzeugnissen der Fall ist, die keinen Preis, aber dafür einen Wert haben... 

Wir freuen uns, wenn die Heimatkunde bei der Leserschaft, der Zuhörer- und/oder Zuschauerschaft auf Interesse stösst. Und wir sind dankbar, dass wir sie nach Abschluss der Projektphase als Dauerbaustelle bzw. neudeutsch Work in progress denjenigen Personen übergeben dürfen, die sich für die Nachfolgeorganisation begeistern lassen. Von diesen wird bald mehr zu hören und zu lesen sein. 

Für das Projektteam 
Roland Plattner-Steinmann 


Finanzielle und andere Aspekte der neuen Heimatkunde 

Die wesentlichen Merkmale der neuen Heimatkunde sind: Die Beiträge stammen von einem grossen Kreis von Autorinnen und Autoren, die im Gegensatz zu älteren Heimatkunden teilweise nicht akademisch ausgebildete Fachleute im engeren Sinn sind, jedoch mit Blick auf einen bestimmten Aspekt der Gemeinde über ein grosses Expertenwissen verfügen. Die Website der neuen Heimatkunde, für die auch Videos und Audios erstellt wurden, spielt eine zentrale Rolle, auf eine Publikation in Buchform wurde verzichtet. Mittels eines breit verteilten Faltprospekts wurde und wird auf das Projekt aufmerksam gemacht und halbjährlich eine heimatkundliche Begleitveranstaltung organisiert. 

Zwar wurden im Rahmen des Projekts viele Arbeitsstunden ehrenamtlich verrichtet, aber dank der Beiträge der Gemeinde und des Swisslos-Fonds von je 50‘000 CHF konnten die Beiträge zur Heimatkunde in geringem Umfang honoriert werden. Autorinnen und Autoren erhielten, falls sie nicht darauf verzichteten, ein Honorar von 80 CHF pro A4-Seite.  

Weitere Mittel wurden für die Produktion von Videos eingesetzt. Es hat sich gezeigt, dass das Video als Medium auf besonderes Interesse stösst, jedenfalls werden diese Beiträge besonders häufig angeklickt. 

Im Rahmen des auf kontinuierliche Aktualisierung angelegten Konzepts macht die Erstellung eines gedruckten Buchs keinen Sinn. Damit man trotzdem etwas in den Händen halten kann und den Weg auf die Website findet, wurde ein Faltprospekt erstellt und an alle Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinde verteilt. Ausserdem wurde er im Rahmen des in Reigoldswil stattfindenden Nordwestschweizer Jodlerfests vom Juni 2025 an die Besuchenden abgegeben. Der Prospekt kann auch während der kommenden Jahre als Werbeträger der Heimatkunde eingesetzt werden. Erfreulich, dass mit Sonja Stump und Simone Ochsner die Expertise für dessen Design und Texte in Reigoldswil gefunden wurde! 

Auf positive Resonanz gestossen sind die halbjährlich durchgeführten Informationsabende. Die Besucherinnen und Besucher wurden jeweils zu einem Apéro eingeladen. Das waren gut eingesetzte Mittel, nicht zuletzt, weil dabei viele neue Kontakte entstanden. 

Mit dem Ende des Projektes werden nicht alle Mittel aufgebraucht sein. Der Nachfolgeorganisation steht somit ein namhafter Restbetrag für die nächsten Jahre zur Verfügung. Damit wird ermöglicht, dass für neue Beiträge weiterhin ein Honorar ausbezahlt, die Website weitergepflegt oder erneuert werden kann sowie die Informationsabende weitergeführt werden können. Schliesslich war es ein wichtiges Ziel, das Thema Heimatkunde als langjährigen Prozess in der Gemeinde zu etablieren und damit zur Förderung der Dorfgemeinschaft beizutragen. 

Hansruedi Sutter 


Betreuung Webauftritt, IT-Support, Digitalisierung, Audios und Videos 

An einem Abend im Spätherbst 2021, Corona war gerade ein grosses Thema, erreichte mich ein Anruf von Hansruedi Sutter. Er erklärte mir das Projekt "Neue Heimatkunde Reigoldswil" und dass sie Verstärkung im Projektteam suchten. Ich fragte ihn, was ich dazu beitragen könne, ausser, dass ich waschechter Reigetschwyler bin? Die Frage wurde dahingehend beantwortet, dass ich doch an die nächste Sitzung des Projektteams kommen solle. Dazu habe ich ja gesagt, nicht ahnend, dass die kommenden Besprechungen allesamt online stattfinden würden, was den gegenseitigen Austausch etwas erschwerte... So bin ich schliesslich in die Projektgruppe, offiziell eine Gemeindekommission, hineingerutscht, und dank meiner Vernetzung im Dorf und mit den Vereinen konnte ich nebst meiner Kompetenz als IT-Fachmann auch einige Beiträge anschieben, selbst schreiben oder aufzeichnen, weitere sind gegenwärtig in Arbeit.  

Als sich schon bald abzeichnete, dass die neue Heimatkunde vor allem online veröffentlicht wird, kam meine technisches Know-how zum Tragen. Allerdings zählt die Webseitengestaltung nicht zu meinen Kernkompetenzen. Ich hatte zuvor einige einfache Seiten für Privatkunden, Vereine und für mein eigenes Geschäft erarbeitet, aber nicht annähernd etwas im Umfang und der Komplexität einer Heimatkunde. Die neue Website wurde schliesslich mit dem Content-Management-System von WBCE erstellt, dem ich gegenüber dem mir wenig vertrauten WordPress den Vorzug gab. Das gewählte graphische Template (Vorlage) ‘Klawinver’ von WBCE ist schlicht, klar und stabil.  

Mir war wichtig, dass die Seite übersichtlich ist und bleibt, gut lesbar ist, auf graphischen Schnickschnack verzichtet und auf verschiedenen Geräten (Desktop, Notebook, Tablet, Smartphone) leicht zu bedienen ist. Im Laufe der Zeit stellten sich einige Herausforderungen: durch die durchmischte Aufbereitung von Text, Bildern, Audios und Videos und aktuell die Verknüpfung mit unserem Faltprospekt mit QR-Codes. Dabei stellte sich immer wieder die Frage: Passt sich der Papier-Flyer der Webseite an oder umgekehrt - definitiv kein leichtes Unterfangen! Auch die Struktur bzw. Systematik für die Einordnung der Beiträge hat sich gewandelt und musste immer wieder angepasst werden. Und nun, da sich das Ende des Projektes im Jahr 2026 abzeichnet, ist es auch wichtig, dass die Seite auch in Zukunft einfach zu pflegen und zu ergänzen ist. 

Mit der stetig wachsenden Anzahl der Beiträge kam auch der Wunsch des Projektteams nach der Möglichkeit einer statistischen Auswertung auf, ebenfalls Neuland für mich. Mit Hilfe von Foren und Kollegen konnte ein entsprechendes Tool eingerichtet werden und kann nun von allen im Projektteam genutzt werden. Mithilfe dieses Statistiktools lässt sich beispielsweise erkennen, dass die halbjährlichen Info-Veranstaltungen jeweils einen Besucher-Anstieg auf der Website zur Folge haben und die dort vorgestellten Beiträge auch tatsächlich angesehen werden. 

Abschliessend möchte ich bemerken, dass wir alle freiwillig im Projektteam mitwirken, Hansruedi und Roland sind (inzwischen) pensioniert, Fabienne und ich müssen mit der Zeit etwas haushälterischer umgehen. Vereinzelte Durststrecken konnten durch Schwelgen in schönen Erinnerungen und gegenseitige Motivierung überwunden wurden. Einige Ideen wurden angestossen und sind dann wieder versandet, andere wieder auferstanden. Daher würde ich einem neuen Team den Rat geben, mit wenigen, aber aktuellen und gepflegten To-Do-Listen zu arbeiten. Die monatlichen Treffen von maximal zwei Stunden waren und sind wertvoll, Probleme konnten in konstruktiver Atmosphäre diskutiert und mit einer Prise Humor gelöst werden. 

Markus Probst 


Aktuariat, Präsentationen, Öffentlichkeitsarbeit, Aussenblick 

Als jüngstes Mitglied bin ich seit anfangs 2023 Teil des Projektteams Heimatkunde Reigoldswil. 

Ich kann mich erinnern, wie mich eine nicht eingespeicherte, aber keineswegs unbekannte Nummer eines Abends anrief. Diese Festnetztelefonnummer kannte ich aus meiner Schulzeit noch ganz genau. Die Tochter von Projektmitglied Markus Probst war nämlich eine Schulfreundin von mir. Und so war ich doch etwas verwundert über diesen Anruf viele Jahre später. Markus erzählte mir vom Projekt und lud mich zu einer Sitzung ein. Gespannt traf ich auf die restlichen Mitglieder des Projektteams der Heimatkunde Reigoldswil. Projekt und Team überzeugten und ich entschied mich, mitzuwirken. 

Zu meinen Hauptaufgaben neben der Koordination von Beiträgen gehört das Amt als Aktuarin sowie das Zusammenstellen der Inserate für den "Reigetschwyler Bott". 

Ich bin seit jeher stark mit meiner Heimat verbunden und dachte, dass ich Reigoldswil wie die sprichwörtliche Westentasche kenne. Während den letzten zwei Jahren wurde ich eines Besseren belehrt und habe nochmals einen ganz anderen Zugang zu meiner Heimatgemeinde gefunden. Ich habe viele Leute kennengelernt, denen ich ohne das Projekt wohl nie begegnet wäre, alte Bekannte wiedergetroffen und schöne Gespräche führen dürfen. 

Fabienne Hartmann  


Über die historischen Heimatkunden - und die Wonnen des Korrektorats 
 
Im Kanton Basel-Landschaft entstanden in der Vergangenheit zwei grosse Serien von Ortsmonografien.4 Aufgrund ihres ursprünglichen Entstehungskontexts im Geiste der naturgemässen Pädagogik von Heinrich Pestalozzi wurden sie „Heimatkunden“ genannt. 

Um 1860 führte der politische Kampf der liberalen Bewegung gegen bildungsfeindliche Strömungen dazu, dass die „Baselbieter Schullehrer-Conferenz“ 1862 beschloss, jeder Lehrer möge für die schweizerische Schulausstellung in Bern «eine geschichtliche und ortsbeschreibende Heimatskunde seiner Gemeinde ausarbeiten». Obwohl die Schulausstellung nicht zustande kam, war das Heimatkundeprojekt der Baselbieter Lehrer ein voller Erfolg. Von 75 Gemeinden erhielten 64 eine nach einem strukturellen und inhaltlichen Schema verfasste Ortsmonografie, die als Lehrmittel für die Schule und zur Identitätsbildung der Bürger des noch jungen Kantons Basel-Landschaft dienen sollte. Die handschriftlichen Heimatkunden von 1863 werden heute im Kantonsarchiv in Liestal aufbewahrt. 

In den 60er-Jahren des 20. Jahrhunderts wurde die Idee der Heimatkunden wieder aufgegriffen. Hintergrund war der Bevölkerungszuwachs im Kanton, begleitet von einem erhöhten Ausländeranteil. Es galt, die neue Bevölkerung zu integrieren, Traditionen zu beschreiben und zu pflegen und eine neue Identität zu schaffen. Bis zur Jahrtausendwende erschienen so rund 40 kommunale Heimatkunden im Verlag des Kantons Basel-Landschaft.

Die historischen Heimatkunden des 19. und 20. Jahrhunderts sind aufgrund der individuellen Eigenarten der Gemeinden und ihrer Autoren formal und inhaltlich recht unterschiedlich. Sie wurden aber alle von Lehrpersonen und lokalen Fachleuten verfasst und belehren und informieren die Leser kommunikationstheoretisch gedacht von oben nach unten. Die neue Heimatkunde Reigoldswil, die sich mit den vergangenen 40 Jahren beschäftigt, ist die dritte Ortsmonografie des Dorfes. Sie unterscheidet sich in doppelter Hinsicht von ihren Vorgängern. Sie erscheint nämlich ausschliesslich online und sie lädt alle Einwohner sowie ehemalige Bewohner der Gemeinde ein, als Autoren mitzuwirken. So sind bereits über 60 Texte zu verschiedenen Aspekten des Dorfes, zu Institutionen, kulturellem Leben, einzelnen Persönlichkeiten, Technik, Natur etc. entstanden. Dies schafft einen vielstimmigen diskursiven Raum „auf Augenhöhe“. Die Vielstimmigkeit und der inhaltliche Reichtum machen den besonderen Reiz dieser Heimatkunde aus. Hier berichten sowohl Menschen, die täglich schreiben, als auch solche, die lange nicht mehr „zur Feder gegriffen“ haben. Auch betagte Menschen, die nicht mehr selbst schreiben können, tragen ihre mündlich berichteten Erinnerungen über Protokollführer, z.B. ihre Kinder, bei. 
Für mich als Korrektorin und Lektorin ist dieses Langzeitprojekt aufgrund der Vielstimmigkeit ein faszinierendes Kaleidoskop. Die Texte, die in digitaler Form bei mir eintreffen, lese ich zunächst aufmerksam und ohne Rotstift. Ich frage mich, wer spricht, worum es geht, wie der Text gegliedert ist und welche Eigenarten das Vokabular und der Stil aufweisen.  

Die eigentliche Arbeit beginnt mit dem Korrektorat. Tippfehler und Orthografie werden dabei ebenso unter die Lupe genommen wie Satzzeichen und Leerschläge. Hierbei orientiere ich mich an der elektronischen Ausgabe des Duden. Einheitlichkeit bei Abkürzungen, das Vermeiden von Wortwiederholungen und korrekte grammatikalische Bezüge u.a. werden im Rahmen des Sprachlektorats sorgfältig geprüft und wo nötig korrigiert. Bei Wortwahl und Syntax sind wir im Bereich des Stils, wo es keine festen Regeln gibt, sondern nur ein offenes, sorgsames Eingehen auf den Personalstil des Autors oder der Autorin. Dieser soll, wo nötig, sanft optimiert werden, damit er am Ende unverkennbar bleibt. So bin ich als Korrektorin nicht nur mit den Texten der Heimatkunde Reigoldswil vertraut, sondern habe manchmal fast das Gefühl, ihre Autorinnen und Autoren persönlich zu kennen.  

Dominique von Hahn 


Entstehung Faltprospekt 

Als ich im Herbst 2023 für die Gestaltung eines Faltprospekts für die Heimatkunde angefragt wurde, stand die Entscheidung schon im Raum, dass die Online-Sammlung die eigentliche Heimatkunde bleiben soll und es diesmal kein gebundenes Buch geben würde. Trotzdem hatte man das Bedürfnis, eine gedruckte Einstiegshilfe in die Online-Heimatkunde zu kreieren. 

Eine erste Herausforderung war, dass der Faltprospekt auf die Online-Heimatkunde hinweisen und «gluschtig» machen sollte und dabei nicht wie eine touristische Werbebroschüre für das Dorf Reigoldswil und seine Sehenswürdigkeiten daherkommen durfte.  

Eine weitere Herausforderung war das graphische Konzept. Vom Projektteam erhielt ich keine Vorgaben zur Gestaltung oder zum Inhalt. Auch gab es keine früheren Printprodukte, an denen ich mich hätte orientieren können. Ich war also so frei wie sonst nie. 

Nach der Präsentation der ersten Entwürfe im Januar 2024 entschieden wir uns für eine dezente Variante mit blauen Titeltexten in einer holzschnittartigen Schrift, die an Handwerk erinnert, Fotos in Schwarz-Weiss mit gelben (und damals noch blauen) Farbakzenten, und auch das Papier sollte sehr natürlich, aber doch hochwertig wirken. Möglichst nah am Handwerk, an der Naturverbundenheit und der Einfachheit – also keine Hochglanzwelt. Farblich orientierten wir uns an den Reigoldswiler Wappenfarben Blau und Gelb. 

Dem Projektteam war es wichtig, dass auch eine Karte von Reigoldswil, sowie ein kurzer Steckbrief Platz finden. Ich kann mir gut vorstellen, dass dieser Faltprospekt auch für Neuzugezogene eine gute Einstiegshilfe in unser Dorf werden kann.  

Es war wichtig, dass gleichzeitig an Inhalt und Gestaltung des Prospekts gearbeitet werden konnte, da sich die beiden Bereiche wesentlich beeinflussen können. Was die Auswahl der im Prospekt präsentierten Themen anbelangt, war ich dankbar für den von Simone Ochsner geleiteten Workshop vom Mai 2024. In diesem ist es uns gelungen, sowohl durch die Auswahl als auch durch die Anordnung der einzelnen Themen eine ausgewogene Mischung aus alten und neuen Geschichten, Einzelpersonen und Gruppierungen, Landschaft und Gebäuden zu treffen. Die von Simone Ochsner selbst verfassten Prospekttexte geben eine stimmige Übersicht über die vielfältigen Inhalte der Heimatkunde.  

Die Inhalte nahmen Gestalt an, die Texte entstanden, und das Format des Faltprospekts wurde auch immer grösser, um dem Inhalt den benötigten Raum geben zu können. Der gefaltete Prospekt erhielt schliesslich die Grösse eines gängigen Smartphones, was das Projektteam als sehr passend beurteilte. Denn bestimmt wird die neue Heimatkunde nicht selten unterwegs auf dem Smartphone gelesen. 

Gerade wenn es um wichtige Entscheidungen ging, habe ich gerne auf die Meinung von Daniel Zehntner gehört – er brachte immer einen wunderbar frischen Blick von aussen mit, obwohl er eigentlich ein «Ur-Reigoldswiler» ist. Ein weiterer wichtiger Schritt war es, eine (möglichst lokale) Druckerei zu finden, die solche grossen Formate drucken und falten kann. Ich bin dankbar, dass ich mit der Druckerei Bloch in Arlesheim zusammenarbeiten konnte, wo ich bestens beraten wurde. 

Als im August 2024 der Faltprospekt inhaltlich und graphisch fertiggestellt war, blieb noch das Einholen der Bildrechte und das Bestellen der noch nicht vorhandenen Fotos. Zudem war noch offen, wann der Faltprospekt publiziert werden soll. Im Januar 2025 ging es dann plötzlich schnell – der Faltprospekt sollte bis zur nächsten Heimatkundeveranstaltung im Mai verteilt werden können und dann auch am in Reigoldswil stattfindenden Nordwestschweizer Jodlerfest im Juni 2025 aufliegen. Die Texte wurden nochmals gelesen und überarbeitet, die Legende zur Karte angepasst, es wurde entschieden, welche Flurnamenschreibweise verwendet wird und welche QR-Code-Links generiert werden sollen. Auch wurde die Startseite der Online-Heimatkunde dem Aussehen des Faltprospekts angepasst, damit die Wiedererkennung gewährleistet ist. 

Ich hoffe, es ist mir gelungen, den Faltprospekt ansprechend zu gestalten, so dass die Heimatkunde mit ihren Texten, Videos und Fotos auch besucht wird, denn es lohnt sich. Gerne möchte ich mich bedanken, dass das Heimatkunde-Team mir die Möglichkeit gegeben hat, in dieser Form am Projekt mitzuwirken – als Zugezogene keine Selbstverständlichkeit. Auch wenn ich schon 10 Jahre in Reigoldswil wohne, so habe ich mich doch nochmals intensiv mit meiner neuen Heimat auseinandergesetzt und viel Neues erfahren über Reigoldswil. 

Sonja Stump 


Fachliche Begleitung Faltprospekt 

Anlässlich des Jubiläums zum 20-jährigen Bestehen der Stiftung Wasserfallen erzählte mir deren Präsident Hansruedi Sutter vom geplanten Vorhaben einer Online-Heimatkunde von Reigoldswil. Wir kamen überein, dass ich mich mit einem Beitrag beteiligen sollte. Ich bin im Wasserfallendorf aufgewachsen und fühle mich mit Reigoldswil noch immer sehr verbunden, obwohl ich in Liestal wohne und beruflich vornehmlich in Zürich und im Ausland tätig war. 

Im Verlauf des Projekts stellte sich dem Projektteam die Frage, wie die Online-Heimatkunde mit einem physischen Medium unterstützt werden kann. Hansruedi bat mich, vor dem Hintergrund meiner beruflichen Erfahrung aus vielen Projekten der Unternehmens- und Markenkommunikation das Projektteam zu beraten und in der Umsetzung zu unterstützen. In der Diskussion mit dem erweiterten Projektteam kristallisierte sich dann die Idee heraus, ein «leichtfüssiges» Druckerzeugnis zu konzipieren, das sowohl als eigenes Medium genutzt als auch als Werbemittel für die Online-Heimatkunde eingesetzt werden kann. Die Idee zum etwas anderen Faltprospekt war geboren und mit einer groben Kostenkalkulation auf den Weg gebracht. 

Was mich besonders freut: Mit Sonja Stump für die Gestaltung und Simone Ochsner für den Text konnten für die Ausarbeitung des Konzepts und dessen Umsetzung zwei Frauen aus Reigoldswil gewonnen werden, die ein Medium auf höchstem professionellem Niveau gestaltet haben.  Der Faltprospekt unterscheidet sich von einem touristischen Prospekt, schafft einen inspirierenden Zugang zum wertvollen Gehalt der Online-Heimatkunde und legt mit der Karte von Reigoldswil den Grundstein für weitere Services wie Rundgänge zur Geschichte und zu Sehenswürdigkeiten in Reigoldswil. 

Daniel Zehntner 


Die neue Reigoldswiler Heimatkunde - ganz 'up-to-date'! 

Als Mitglied der kantonalen Fachkommission Baselbieter Heimatkunden darf ich das Reigoldswiler Projekt betreuen und mich anlässlich der Teamsitzungen über den Projektstand informieren lassen. Und da gibt es nur Positives zu berichten. Das Projekt hat unter der Leitung von Dr. Roland Plattner eine professionelle Struktur mit klarem Zeitplan und optimaler Kommunikation. Die digitale Heimatkunde hat eine eigene Struktur, und es macht Freude, darin nach Lust und Laune zu surfen. Ob sich deshalb ein Heimatkundebuch aufdrängt? Das Projektteam liess es zunächst noch offen und schrieb: "Möglicherweise werden einzelne Beiträge zu einem späteren Zeitpunkt auch in gedruckter Form veröffentlicht." In diesem Sinne ist die Reigoldswiler Heimatkunde ein Primeur in der Reihe der Baselbieter Heimatkunden. 'Print oder digital' ist heute eine Kardinalfrage, beide Versionen haben Vor- und Nachteile. Zu den Vorteilen der Printversion finde ich folgende Aussage (Quelle: Internet): "Sie bietet eine physische, haptische Erfahrung, die oft als vertrauenswürdiger und seriöser wahrgenommen wird. Sie kann eine stärkere Markenbindung erzeugen und ist weniger ablenkend als digitale Medien." Von den 86 Baselbieter Gemeinden haben (erst) 64 eine Heimatkunde, acht indessen bereits eine Zweitausgabe, darunter Reigoldswil.  

Ich gratuliere Reigoldswil zu seinem Projekt und freue mich auf die Vernissage.  

Josua Oehler, Arboldswil 


Blick der Gemeinde REIGOLDSWIL 

Auszug aus dem Protokoll des Gemeinderates Reigoldswil. 30. Sitzung vom 27. September 2021, Geschäft Nr. 125 auf Seite 114, 125 300.01 Kulturförderung: 

“Arbeitsgruppe neues Heimatkundebuch Reigoldswil. 
Das aktuelle Heimatkundebuch ist bereits 33 Jahre alt. Damit die weitere Geschichte von Reigoldswil nicht vergessen geht, ist der Zeitpunkt für die Weiterführung einer Heimatkunde gekommen. Der Gemeinderat Reigoldswil hat sich entschieden, das Projekt „neues Heimatkundebuch" zu starten und die Leitung an eine Arbeitsgruppe zu übergeben. Die Arbeitsgruppe startet mit Andreas Hirsbrunner, Hans-Rudolf Sutter, Roland Plattner, Gerin Cherian und Cornelia Zehntner. 

Beschlüsse: 

  1. Der Gemeinderat überträgt der Arbeitsgruppe die Planung und Umsetzung des neuen Heimatkundebuches Reigoldswil. 
  2. Die Arbeitsgruppe kann einen Antrag für benötigte Gelder bei dem Gemeinderat stellen. 
  3. Der Gemeinderat dankt der Arbeitsgruppe herzlich für die Bereitschaft, dieses Projekt zu leiten.” 

Liebes Projektteam für die neue Heimatkunde. Der Gemeinderat dankt Ihnen allen an dieser Stelle herzlich für die engagierte, sehr wertvolle und hoch professionelle Arbeit, welche massgeblich dazu beiträgt, die Geschichte, die Traditionen und das kulturelle Erbe von Reigoldswil und seiner Bevölkerung in unserem Gedächtnis zu halten. Durch die neue Heimatkunde werden wieder viele interessante Geschichten dokumentiert, dabei Erinnerungen lebendig gehalten und das Verständnis für unsere Herkunft gefördert. Diese wichtige Arbeit ist eine tragende Säule, die unsere Identität stärkt und dazu beiträgt, Verbindungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart aufrecht zu erhalten.  

Vielen Dank für Ihren Einsatz, Ihre Leidenschaft und Ihren Beitrag zugunsten unserer Gesellschaft. Ihre Arbeit wird sehr geschätzt und ist für uns alle von grossem Wert. Der Gemeinderat wünscht weiterhin viel Erfolg beim Fortschreiben der Geschichten und Anekdoten – herzlichen Dank! 

Fritz Sutter (Gemeindepräsident) 
Cornelia Zehntner / Corinne Castioni-Weber / Mirco Gisin (Gemeinderat) 


Weitere Mitwirkende ... 

                       ... haben zur Heimatkunde massgeblich beigetragen durch: 

Mitkonzipierung und Texte im Faltprospekt - Simone Ochsner 

Historische Fachkompetenz und Berater sowie Übersetzer in Mundart - Rémy Suter 

Finanzielle Förderung - Kanton Basel-Landschaft, vertreten durch den Verlag Baselland (Cedric Lutz) des Amts für Kultur (Esther Roth) bzw. den Swisslos-Fonds BL (Sarah Baschung)